Julia Kautz muss an diesem Abend nichts mehr beweisen. Beim Tourabschluss in München steht sie nicht auf der Bühne, um zu überzeugen – sondern um zu teilen. Was sich im Club entfaltet, ist kein durchgetaktetes Finale, sondern ein ehrlicher, lauter und stellenweise überwältigender Dank an all die Menschen, die diese Tour möglich gemacht haben.
Schon vor Konzertbeginn liegt eine entspannte, fast familiäre Stimmung im Raum. Man wartet, plaudert, lacht – viele kennen sich. Dieses Gefühl zieht sich durch den gesamten Abend und wird später immer wieder spürbar.
Support mit Haltung: Jacob Elias eröffnet
Den Anfang macht Jacob Elias. Der Sänger aus Salzburg, inzwischen in Wien zu Hause, wirkt ruhig, fast schüchtern – und genau das macht seine Songs so eindringlich. Er singt von Wachstumsschmerzen, gebrochene Freundschaften und erzählt zu dem Song „Situationship“, dass er Julia seit zwei Jahren kennt und ihr damals „direkt sein Herz ausgeschüttet hat“ – und daraus der Song entstanden ist. Mit seinen persönlichen Geschichten holt er das Publikum sofort ab. Es wird aufmerksam zugehört, mitgesungen, mitgefühlt.
Während der Umbaupause füllt sich der Raum sichtbar mit Freunden, Wegbegleitern und vertrauten Gesichtern. Man spürt: Das hier ist kein gewöhnlicher Tourstopp.
Heimspiel mit Überraschungen
Das Intro ist von Nico Gomez eingesprochen, der bei anderen Tourterminen auch dabei war. Dann erleuchten die Augen des auf der Bühne platzierten Kautzes feuerrot – und Julia Kautz ist da. Mit voller Energie geht es direkt in die ersten Songs, „Tabula Rasa“ bringt den Raum sofort in Bewegung. München ist Heimspiel, Lieblingsclub und letzter Abend der Tour zugleich – entsprechend hoch ist die Dichte an Überraschungen. Julias Team war kreativ: Weinschorle statt Wasser und eine Setlist, bei welcher die Titel ein wenig „verfremdet“ wurden.
Zwischen den Songs spricht Julia offen über die Höhen und Tiefen der vergangenen Wochen, erzählt von einer verlorenen Stimme kurz vor Wien und bedankt sich bei der ersten Reihe, die die komplette Tour mitgefahren ist. „Die Kautzarmy ist die beste“, sagt sie – und meint genau das. Songs wie „Gift“, „Ziemlich beste Freunde“ oder „Dasselbe Bett“ bekommen durch zahlreiche Special Guests eine besondere Dynamik, alles fühlt sich lebendig und einmalig an.
Safe Space, Tränen und ganz viel Liebe
Im zweiten Teil des Abends wird es emotionaler. Julia bedankt sich ausführlich bei ihrer Crew, die sie während der Tour immer wieder aufgefangen habe. Ihre Energie ist ansteckend, der ganze Raum springt, fühlt, lebt mit. Vor „Forever Masochist“ erzählt sie trocken von einem Exfreund, der nachts um drei anruft – mehr müsse man dazu nicht sagen.
Julia kann aber auch ernst. „Hier ist ein Safe Space für alle“, sagt sie und spricht über Liebe, Liebeskummer und darüber, dass es sich trotzdem immer wieder lohnt, der Liebe eine neue Chance zu geben. Bei „Besser Sad“ holt sie Fan Pia aus dem Publikum auf die Bühne. Gemeinsam singen sie – ein Moment voller Nähe und Vertrauen. „Ich bin mit euch Fans so gesegnet“, sagt Julia, sichtlich bewegt.
Ein Abschluss, der bleibt
Mit „Zeitfenster“ erreicht der Abend seinen emotionalen Höhepunkt. Julia bittet darum, mit der Frage nach Hause zu gehen, was man im eigenen Leben wirklich will – noch bevor der Song beginnt, laufen ihr die Tränen. Um die Stimmung wieder anzuheben, folgt „Knutschen“ mit Paul Bunne, laut, befreiend, voller Energie. „FOMO“ bildet das reguläre Ende, doch niemand will, dass es vorbei ist.
Die Zugabe-Rufe lassen nicht lange auf sich warten. Julia erfüllt den Wunsch nach alten Songs, holt die erste Reihe auf die Bühne und singt gemeinsam mit ihnen. Doch das ist nicht Publikumsnähe genug: Für „Danke sagen“ stellt sich Julia mit ihrem Gitarristen Doni ins Publikum, verteilt Umarmungen, kämpft mit den Tränen „Danke, dass ihr da seid und echte Musik unterstützt. Danke. Ich bin so unfassbar dankbar, dass so viele von euch gekommen“. Zum Finale stehen noch einmal alle Gäste gemeinsam auf der Bühne, Rosen werden übergeben, weitere Umarmungen folgen, sowie eine Überraschung aus dem Team: Ein Bilderrahmen mit Fotos, ein Dankeschön aus von Crew-Seite für eine Unvergessliche Tour.
Nach der Show bleibt Julia da, macht Fotos, schreibt Autogramme, redet mit Fans, Freunden und Familie. Ein Tourabschluss, der zeigt, was Julia Kautz ausmacht: echte Nähe, ehrliche Musik – und eine Community, die mehr ist als nur Publikum.








